Archive für September 2007

Warum Ärger beim Denken hilft

Ärger führt bei Menschen nicht immer zu irrationalem Verhalten: Sie können bisweilen sogar klarere Gedanken fassen und rationaler entscheiden, als wenn sie einer Situation neutral gegenüber stehen, haben amerikanische Psychologen herausgefunden. Diese überraschende Erkenntnis trifft allerdings nur dann zu, wenn mit dem Ärger kein überschießender Emotionsausbruch einhergeht. Das schließen die Forscher aus einem Versuch, in dem sie mehrere hundert Studenten ihrer Universität ärgerten und anschließend untersuchten, ob diese für rationale Argumentationen noch zugänglich waren. Ärger erhöhte eher die analytischen Entscheidungskompetenzen der Studenten, ergab die Auswertung.

Die Forscher versetzten in mehreren Untersuchungsrunden rund 200 Studenten in einen Zustand des Ärgerns. Dazu ließen sie die Probanden beispielsweise über ihre Zukunftspläne schreiben und bewerteten diese etwa als uninteressant oder langweilig. In verschiedenen Zwischenstadien der Tests mussten die Teilnehmer immer wieder in psychologischen Fragebögen ihren Gemütszustand benennen. Dabei zeigte sich, dass für die Studenten der Verriss ihrer Lebenspläne richtig ärgerlich war. Anschließend bekamen sie zur Beurteilung zwei Texte über den lockeren Umgang von Studenten mit Geld. Ein Text erging sich in Klischees und war eher oberflächlich, der andere hatte eine stringentere Argumentationskette.

Die verärgerten Studenten konnten die Qualität der Information und Argumentation besser unterscheiden als Kommilitonen, die nicht mit Ärger “geimpft” wurden. Ärger kann Menschen demzufolge dazu veranlassen, gründlicher und rationaler eine Situation zu bewerten, schließen die Forscher. In weiteren Tests zeigten sie, dass das Ergebnis nicht der Erfahrung widerspricht, Ärger führe zu falscher Risikoeinschätzung oder erhöhe die Aggressionsbereitschaft. Letzteres treffe immer dann zu, wenn der Ärger stark emotional aufgeladen sei und als Folge davon Kurzschlussreaktionen verursache, erklären sie. Haben Verärgerte hingegen ihre Emotionen im Griff, so können ihre Reaktionen zur Versöhnung oder Rache durchaus auf wohlbedachten, rationalen Überlegungen beruhen.

Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/gutzuwissen/279098.html

Warum Menschen gähnen

Gähnen ist nicht nur ein Zeichen von Müdigkeit, sondern kühlt auch das Gehirn: Durch das Gähnen werden der Blutdruck sowie die Anzahl der Herzschläge erhöht, was zu einem gesteigerten Blutfluss in die Schädelhöhle führt, der wiederum einen erhöhten Wärmeaustausch zur Folge hat. Das haben amerikanische Psychologen in Experimenten gezeigt. Die ansteckende Wirkung des Gähnens diene zudem dazu, die Aufmerksamkeit einer kompletten Gruppe zu steigern, erklären die Forscher Andrew Gallup und Gordon Gallup der Staatsuniversität von New York in Albany.

In ihrem ersten Experiment testeten die Psychologen bei 44 Studenten im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, ob unterschiedliche Atemtechniken die ansteckende Wirkung des Gähnens beeinflussen. Die Versuchsteilnehmer sollten entweder nur durch die Nase oder durch den Mund atmen. Ein Teil musste dabei zusätzlich eine Nasenklammer tragen. Eine vierte Gruppe bekam keine Vorgaben zur Atemtechnik. Während des Experimentes wurden den Studenten abwechselnd kurze Videos gezeigt, in denen Personen mit einem von drei Gesichtsausdrücken zu sehen waren: neutral, lachend oder gähnend. Der Versuchsleiter zählte dabei jeweils, wie oft die Teilnehmer gähnten.

In der Gruppe, die nur durch die Nase atmete, gähnte niemand während des Versuches, während in allen anderen Gruppen etwa die Hälfte der Teilnehmer gähnte. Beim Atmen durch die Nase wird das Blut im Inneren des Organs abgekühlt und fließt anschließend durch das Gehirn, so dass keine zusätzliche Kühlung durch das Gähnen notwendig ist, erklären die Forscher das Ergebnis.

In einem zweiten Experiment zeigten die Wissenschaftler 33 Studenten die gleichen Videos und baten sie, sich währenddessen ein Bündel an die Stirn zu halten, das entweder kalt oder warm war oder aber Raumtemperatur besaß. Keine der Versuchspersonen, die sich das kalte Päckchen an die Stirn hielt, musste gähnen, wogegen jeweils mehr als ein Drittel der Teilnehmer der anderen beiden Gruppen gähnten.

Aus den Ergebnissen ihrer Versuche schließen die Wissenschaftler, dass das Gähnen an der Wärmeregulierung des Gehirns beteiligt ist. Die Psychologen vermuten, dass die Umgebungstemperatur das Gähnen ebenso beeinflusst wie komplizierte Denkaufgaben.

Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/gutzuwissen/280411.html

Warum ein verspannter Nacken den Blutdruck erhöht

Ein internationales Forscherteam hat entdeckt, warum Probleme mit den Nackenmuskeln den Blutdruck in die Höhe treiben können: Die Muskeln sind mit einem Gehirnareal verbunden, das eine der zentralen Kontrollstellen für autonome Funktionen wie Blutdruck, Atmung und Herzschlag beeinflusst. Ungewöhnliche Signale von der Muskulatur, etwa aufgrund einer Verspannung oder einer Verletzung, wirken sich daher auch auf den Blutdruck aus – ein Phänomen, das Chiropraktiker in der Vergangenheit immer wieder beobachtet hatten.

Schon häufiger gab es Berichte darüber, dass sich durch das Einrenken des Nackens der Blutdruck des Patienten verringert. Woran das liegt, war bislang jedoch unklar. Zwar kennen Wissenschaftler bereits seit etwa einhundert Jahren die Stelle im Gehirn, in der die Signale der Nackenmuskeln ankommen: Es handelt sich um einen kleinen Teil des so genannten Nachhirns, also des Gehirnbereichs, der im Nacken in das Rückenmark übergeht. Wohin die Impulse von dort aus weitergeleitet werden, sei bisher kaum untersucht worden, erklärt Jim Deuchars, einer der Co-Autoren der Studie.

In ihrer Arbeit analysierten die Wissenschaftler nun das Nachhirn von Ratten und Mäusen und entdeckten, dass es von dort Verbindungen zu einer Hirnregion namens Nucleus tractus solitarii (NTS) gibt – und zwar sowohl solche, die andere Nervenzellen aktivieren, als auch solche, die andere Nerven hemmen können. Damit sei die Verbindung zwischen den Nackenmuskeln und dem Blutdruck gefunden, erklären die Forscher, denn der NTS war bereits früher mit der Regulierung von Atmung, Blutdruck und Herzschlag in Verbindung gebracht worden.

Eine solche Regulierung des Blutdrucks über die Nackenmuskulatur ist nach Ansicht der Wissenschaftler deswegen sinnvoll, weil der Blutfluss zum Gehirn unabhängig von der aktuellen Körperhaltung stets gleichbleibend gehalten werden muss. Da die Muskeln im Nacken im Liegen vollkommen anders belastet werden als im Sitzen oder im Stehen, eignen sie sich besonders gut dafür, dem Gehirn Veränderungen in der Haltung mitzuteilen. Störungen bei dieser Kommunikation könnten zum Beispiel die Ursache für die Schwindelgefühle sein, die häufig nach schnellem Aufstehen entstehen. Sie könnten auch viele der Beschwerden erklären, die häufig nach einem Schleudertrauma auftreten.

Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/gutzuwissen/281359.html

Zattoo nun auch in Deutschland On-Line

Bisher hatte InterTV (ITV) nicht wirklich was mit Fernsehvergnügen zu tun. Das aktiv genutzt Angebot beschränkt sich entweder auf qualitativ minderwertige Filmschnipsel, die auf verschiedenen Videoportalen abgerufen werden können, oder auf teure kostenpflichte VOD-Portale, die weit hinter den Erwartungen zurückbleiben. Weit verbreiten sind auch kleinen Hinterwäldler-Sender, die ihr lanweiliges Programm über ihre Website gestreamt haben.

Das soll sich nun ändern. Zattoo bringt das Programm aller großen und bedeutenden TV Anstalten aus Deutschland und anderen europäischen Nationen live und kostenlos per DSL Leitung an den Zuschauer. Möglich macht es der hauseigene Player, den man als Mitglied kostenfrei herunterlanden und nutzen kann. Seit dem Start der deutschen Betaversion im Juli diesen Jahres sind z.b CNN, MTV und DAS VIERTE in Pal-Qualität am PC empfangbar. Wie lange es dauert bis alle derzeit in der Schweiz empfangbaren 49 Programme auch für deutsche Zuschauer zugänglich sind, ist noch nicht klar. Zattoo ist bemüht in Kürze eine möglichst große Sendervielfalt anzubieten. Nicht mit Ruhm bekleckert hatten sich bisher die deutschen TV- Stationen. Hatten Sie doch mit rechtlichem Gezicke den Start von Zattoo in Deutschland sehr lange hinausgezögert. Ziemlich fragwürdig erscheint diese Taktik schon allein deswegen, weil RTL & Co. schon seit 2006 in deutschsprachigen Ausland problemlos über Zattoo empfangbar sind. Wer mehr Infos möchte oder sich bei Zattoo registrieren, kann dies unter www.zattoo.com tun.

Mysteriöse Übelkeit nach Meteoriten-Einschlag

Ein Meteoriteneinschlag in Peru gibt Rätsel auf. 200 Menschen sind kurz nach dem Einschlag an einer mysteriösen Übelkeit erkrankt. Niemand weiß, warum. Aus dem sechs Meter tiefen und 30 Meter breiten Krater sei Dampf und strenger Geruch emporgestiegen.

Nach dem Einschlag eines mutmaßlichen Meteoriten im Süden von Peru sind rund 200 Bewohner des einsamen Gebiets in den Anden erkrankt. Der Leiter des Gesundheitsamtes in der Region Puno, Jorge Lopez, sagte, die Menschen klagten über Atembeschwerden, Übelkeit und Kopfschmerzen. Er machte toxische Gase aus dem Krater verantwortlich.
Gas eingeatmet
“Dies wurde von dem Gas verursacht, dass sie nach dem Einschlag eingeatmet haben”, sagte Lopez am Dienstag der AP. Augenzeugen berichteten nach Angaben lokaler Medien, am Samstagmorgen sei ein Feuerball vom Himmel gestürzt. Die Behörden erklärten, es habe sich um einen Meteoriten gehandelt. Er riss ein 20 Meter breites und fünf Meter tiefes Loch in die Erde. Die Einschlagstelle liegt auf einer Hochebene in den Anden nahe der Grenze zu Bolivien. Die Meteoritenexpertin Ursula Marvin vom Smithsonian Astrophysical Observatory im US-Staat Massachusetts äußerte die Vermutung, dass eine Staubwolke mit Partikeln der Erdoberfläche die Gesundheitsprobleme verursacht haben könnte.
Das Geophysikalische Institut in Peru leitete eine Untersuchung ein und will am Donnerstag die Ergebnisse vorstellen. Ein Forscher des Instituts, Hernando Tavera, sagte, Berichte von ähnlichen Fällen habe es im Süden des Landes bereits 2002 und 2004 gegeben. Doch niemals habe sich ein Meteoriteneinschlag bestätigt. Gesundheitsdirektor Lopez erklärte, ein Team von acht Ärzten sei auf dem Weg in das Gebiet, um die Vorfälle zu untersuchen.

Quelle: http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/20/0,3672,7006836,00.html