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26.9.2007 von AlexDeutschmann.
Die schiefen Zähne und zu kleinen Kiefer vieler Kinder könnten ein Resultat der Gewohnheit sein, Lebensmittel zu kochen: Nach Ansicht des amerikanischen Anthropologen Peter Lucas begannen Kiefer und Vorderzähne zu schrumpfen, als die ersten Menschen anfingen, ihre Nahrung mit Werkzeugen in kleine Stücke zu schneiden und über dem Feuer zuzubereiten. Dadurch reduzierte sich sowohl die Größe als auch die Härte der einzelnen Bissen, wodurch ausgeprägte Schneidezähne und große Kiefer überflüssig wurden. Über den Vortrag des Forschers auf dem Jahrestreffen der amerikanischen Wissenschaftsgesellschaft AAAS berichtet der Online-Dienst des Magazins New Scientist.
Bei sehr vielen Menschen wachsen die Zähne nicht geordnet nebeneinander im Kiefer, sondern schieben sich voreinander oder stehen schief in der Reihe. Da die verschobenen Zähne sehr viel schlechter zu säubern sind als gerade, entstehen häufig Krankheiten wie Zahnfleischentzündungen oder Karies. In manchen Fällen sind die Kiefer so klein, dass sogar einige Zähne wie beispielsweise die Weisheitszähne vollständig fehlen.
Eine solche Unordnung im Mund kommt bei Menschenaffen nur sehr selten vor, berichtete Lucas. Er erklärt die uneffektive Anordnung damit, dass die Aufgabenverteilung im Kiefer während der menschlichen Entwicklung aus dem Gleichgewicht geraten ist. So sind die Schneidezähne hauptsächlich dazu da, Lebensmittel in mundgerechte Stücke zu zerlegen, während die Backenzähne die Nahrung zermahlen sollen.
Als jedoch die Menschen ihr Essen zuzubereiten begannen, war die Größenveränderung der Bissen ausgeprägter als die Veränderung der Konsistenz. Die Konsequenz: Die Schneidezähne schrumpften und als Folge davon auch die Kiefer – und zwar so stark, dass sie nicht mehr genug Platz für alle Backenzähne boten, die ja nach wie vor zum Zerkleinern der Nahrung nötig waren. Um seine Theorie zu untermauern, will Lucas nun untersuchen, ob Kiefer- und Zahngröße auch bei Menschenaffen und anderen Tieren mit der Größe der verzehrten Bissen zusammenhängt.
Weiterführender Link: www.dysgnathie.de
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26.9.2007 von AlexDeutschmann.
Die alten Ägypter inklusive der überaus mächtigen Pharaonen hatten extrem schlechte Zähne: Bis zum Stumpf abgenutzte Zahnkronen, Karies, weit fortgeschrittene Parodontitis, angegriffene Kieferknochen und lebensgefährliche Infektionen waren eher die Regel als die Ausnahme, hat eine britische Ägyptologin bei der Untersuchung von 500 altägyptischen Schädeln entdeckt. Schuld an dieser Misere waren wahrscheinlich nicht nur die Ernährungsgewohnheiten, sondern auch die überraschende Tatsache, dass es trotz des insgesamt hohen medizinischen Standards keine Zahnärzte gab.
Die Schädel, die die Zahnärztin und Ägyptologin Judith Miller von der Universität Manchester untersuchte, stammen von sechs verschiedenen Fundstellen und sind zwischen 6.000 und 2.000 Jahre alt. Fast alle haben das gleiche Problem: eine extrem starke mechanische Abnutzung der Zähne. Irgendetwas in der Nahrung müsse Zahnschmelz und Zahnbein nach und nach vollständig abgeschliffen haben, berichtet Miller – mit der Folge, dass das empfindliche Zahnmark freilag und infektiöse Bakterien leicht eindringen konnten. Erst nach der Ankunft der Griechen im Jahr 332 vor Christus änderte sich das Bild und die Zähne wurden weniger stark beansprucht.
Miller vermutet die Ursache der ungewöhnlich starken Abnutzung in den damaligen Brotbackgewohnheiten. Die meist aus der Weizenart Emmer bestehenden Brote enthielten nämlich nicht nur die Schalen der Getreidekörner, sondern auch Schrotreste vom Mahlen sowie Sand und Abrieb der Mühlsteine. Die Griechen bevorzugten dagegen feineres, weißes Brot aus Hartweizen, das mit deutlich weniger harten Körnern durchsetzt war.
Im Gegensatz zum Zahnabrieb nahm der Anteil der von Karies befallenen Zähne mit der Zeit zu: Litten in der vordynastischen Zeit um 3000 vor Christus nur 16 Prozent der Bevölkerung unter durchlöcherten Zähnen, stieg die Rate in der Ära der großen Pharaonen auf 25 und später in der griechisch-römischen Phase sogar auf 34 Prozent. Schuld daran waren nach Millers Ansicht der Anstieg des Kohlenhydratanteils in der Nahrung und der zunehmende Gebrauch von Süßungsmitteln wie Honig, Feigen und Datteln. Warum die Ägypter jedoch trotz der unglaublichen Schmerzen, die die Zahnprobleme bereiteten und der zum Teil tödlich verlaufenden Infektionen keine Zahnheilkunde entwickelten, ist bislang nicht geklärt.
Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/gutzuwissen/254892.html
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26.9.2007 von AlexDeutschmann.
Für die typischen Veränderungen des Gesichts im Alter sind nicht nur schlaffes Gewebe, sondern auch schrumpfende Knochen verantwortlich: Amerikanische Chirurgen haben entdeckt, dass sich Form und Größe einiger Gesichtsknochen mit dem Alter unerwartet stark verändern und dadurch Position und Erscheinung der Weichteile wie Nase, Wangen und Stirn entscheidend beeinflussen. Diese Veränderungen betreffen zwar Frauen und Männer gleichermaßen, treten jedoch bei Frauen deutlich früher auf. Über ihre Studie mit insgesamt 60 Probanden berichteten Robert Shaw und David Kahn von der Stanford-Universität in Palo Alto auf dem Jahrestreffen der amerikanischen Gesellschaft für Plastische Chirurgie in Chicago.
Im Lauf der Zeit erschlaffen die Gesichtszüge eines Menschen: Wangen und Hals sinken herab, es bilden sich Krähenfüße und Falten und die Haut scheint zu groß für das Gesicht zu werden. Bislang haben Mediziner dafür hauptsächlich Gewebeveränderungen verantwortlich gemacht. So verliert beispielsweise die Haut durch den Abbau von Kollagen ihre Elastizität, und schmelzende Fettpolster, die Schwerkraft und die ständige Beanspruchung durch die Muskelbewegungen vermindern die Festigkeit des Gewebes.
Offenbar wurden jedoch die Gesichtsknochen als entscheidender Faktor bislang übersehen, zeigt die Studie von Shaw und Kahn nun. Die Chirurgen hatten aus CT-Aufnahmen der Schädelknochen von 30 Männern und 30 Frauen dreidimensionale Rekonstruktionen der Gesichter angefertigt und die Winkel zwischen verschiedenen Knochen in verschiedenen Altersgruppen verglichen. Das Ergebnis: Stirnbein, Oberkieferknochen und die Knochenteile, die die Nasenöffnung umgeben, verlieren im Alter deutlich an Volumen. Bei Frauen beginnt dieser Prozess bereits zwischen 25 und 45 Jahren, bei Männern eher zwischen 45 und 65, zeigte die Auswertung.
Diese Veränderungen haben deutliche Auswirkungen auf das Aussehen des Gesichts, berichteten die Forscher: Wenn sich beispielsweise der Stirnknochen zurückzieht, senkt sich auch die Stirn und die Augenbrauen sinken unter den Rand der Augenhöhle. Dadurch wirke die Haut des oberen Augelids, als sei Luft herausgelassen worden. Die Veränderung des Oberkieferknochens führt außerdem dazu, dass die Fettpolster der Wangen nach unten und vorne rutschen und die Falten zwischen Nase und Mundwinkeln prominenter erscheinen lassen. Schließlich verlängert die Vergrößerung der Nasenöffnung die Nase und lässt sie nach unten sinken.
Die Knochen im mittleren Gesichtsbereich tragen demnach sehr viel mehr zum Altern bei als bislang angenommen, so das Fazit der Chirurgen. Um ein Gesicht effektiv zu verjüngen, müsse daher nicht nur wie beim klassischen Facelift das Gewebe reduziert, sondern auch das fehlende Knochenvolumen ersetzt werden.
Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/gutzuwissen/257977.html
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26.9.2007 von AlexDeutschmann.
Wenn zu viel Lärm herrscht, lernen Kinder das Sprechen weniger leicht
Zu viel Krach und laute Hintergrundgeräusche machen Kleinkindern das Sprechenlernen schwer. Ist der Umgebungslärm zu groß, können die Kinder die für sie bestimmten Worte ihrer Eltern oder Betreuer nicht mehr gut herausfiltern. Das haben Forscher um Rochelle Newman von der Universität von Maryland in College Park in Tests an hundert Kleinkindern im Alter bis zu 13 Monaten herausgefunden. Hintergrundgeräusche, beispielsweise von Radio oder Fernseher, sollten daher reduziert werden, fordern die Forscher. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Developmental Psychology.
Kinder lernen Sprache vor allem durch Zuhören. Ist zu viel Krach im Raum, sprechen Eltern und Erzieher quasi über die Köpfe der Kinder hinweg: Der Nachwuchs bemerkt erst gar nicht, dass mit ihm geredet wird. Zu starker Hintergrundlärm könnte somit das Erlernen des Sprechens in der Kindesentwicklung hinauszögern, folgern die Forscher. In ihrer Versuchsreihe spielten die Forscher den Kindern Tonbandaufnahmen vor. Vom Tonband wurde der Name des Kindes bei unterschiedlichem Lärmpegeln gerufen. Die Wissenschaftler registrierten dann, bei welchem Lärmpegel die Kinder der Stimme noch Aufmerksamkeit schenkten.
Bei geringem Hintergrundgeräusch konnten fünf Monate alte Kinder noch gut ihren Namen heraushören: Sie wandten den Blick Richtung Stimme. Bei höherem Geräuschpegel ging dies schon nicht mehr. 13 Monate alte Kinder schnitten in der lauten Umgebung schon viel besser ab. Das beruht auf weiter entwickelten Sinnesorganen und einem gereifteren Sprachverständnis. Eltern und Erzieher sollten der Geräuschkulisse zu Hause und in Tageseinrichtungen mehr Aufmerksamkeit widmen. Die gewohnte Fähigkeit von Erwachsenen, in einer lauten Umgebung wie beispielsweise einer Party noch einzelne Stimmen herauszufiltern, ist bei Kindern im zarten Lebensalter noch nicht weit entwickelt.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/251902.html
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26.9.2007 von AlexDeutschmann.
Forscher: Tonfall und Stimmlage eines Menschen geben Auskunft über sein Liebesleben
Der Klang der Stimme kann viel über das Sexualleben eines Menschen verraten: Frauen und Männer, deren Stimmen vom anderen Geschlecht als attraktiv empfunden werden, haben häufiger Sex, mehr Sexualpartner und erleben früher den ersten Geschlechtsverkehr als Menschen mit einer weniger anziehenden Stimme. Das haben amerikanische Psychologen herausgefunden. Ihre Untersuchungen schildern Gordon Gallup von der Universität Albany und seine Kollegen in der Fachzeitschrift Evolution and Human Behaviour (Bd. 25, S. 295).
Die Forscher ließen knapp 150 Frauen und Männer den Stimmen ihnen unbekannter Personen lauschen. Auf einer Skala mit fünf Punkten – von sehr unattraktiv bis sehr attraktiv – sollten die Probanden den Klang dieser Stimmen beurteilen. Bei den Teilnehmern, die ihre Stimme zur Verfügung gestellt hatten, maßen die Psychologen Schultern-, Taillen- und Hüftumfang. Einige machten zudem Angaben über ihr Sexualleben.
Probanden, deren Stimme beim anderen Geschlecht gut ankam, berichteten von häufigeren und früheren sexuellen Kontakten und Affären als die, deren Stimme weniger attraktiv war. Bei Frauen sagte die Stimme sogar mehr über ihre sexuelle Freizügigkeit aus als das Verhältnis von Taillen- und Hüftumfang. Bei Männern war dagegen das Verhältnis von Schultern zur Hüfte aussagekräftiger als die Attraktivität der Stimme. Der Klang der Stimme lässt auch auf die körperliche Statur schließen, fanden die Psychologen: Frauen mit anziehender Stimme hatten im Verhältnis zur Hüfte schmalere Taillen, Männer mit attraktiver Stimme breitere Schultern und schmalere Hüften.
Sowohl Stimme als auch Sexualtrieb und Körperbau werden durch bestimmte Geschlechtshormone beeinflusst. Daher könnte es eine hormonelle Ursache für die gefundenen Zusammenhänge geben, vermuten Gallup und seine Kollegen. Zudem sei denkbar, dass der Klang der Stimme im Laufe der Evolution eine Rolle bei der Partnerwahl gespielt hat und zu einem wichtigen Kennzeichen für andere biologisch wichtige Informationen wurde – vor allem bei Dunkelheit.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/245282.html
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